Die Papillons und ihr Kommunikationsmix

Mein Beitrag zur Blogparade „Mein persönlicher Kommunikationsmix – Blog- und Webparade für Personenmarken #personalbrandmix“

Die Blogparade geht noch bis zum 30. April. Hier kommen Sie zum Starterartikel mit den Teilnahmebedingungen. 

Personal Branding oder wie will ich als Unternehmen wahrgenommen werden?

Als ich vor 7 Jahren das erste Mal Texterluft schnupperte, merkte ich schnell: Die Konkurrenz ist groß und auch schlecht überschaubar. Allerdings ähnelten sich die Texterseiten, auch das Angebot und einfach die Außendarstellung. Ich fand mich im Grunde in den Texterseiten der Kollegen nicht wieder, was ja auch nichts Schlimmes ist. Mir wurde schnell klar, ich bin irgendwie anders und will das auch zeigen. Das heißt nicht, dass mir die Websites und Personal Brands der Kollegen nicht gefallen, aber ich selber konnte und kann mich oft mit deren Außendarstellung nicht identifizieren und das ist letztendlich für alle gut, denn so stehen wir Texter uns nicht zu sehr im Weg.

Was ich bin und was ich nicht bin:

Beim Reinschnuppern in das Business und beim Begutachten der verschiedenen Texter-Identitäten stellte ich fest, dass mich zu seriöse, cleane Texterseiten etwas langweilen. Es ist mir klar, dass sehr reduzierte Layouts, klare Linien und klare Worte auf viele Kunden äußerst seriös wirken. Dazu gehört oft ein Passbild des Texters und eine ganz klare, einheitliche Menüstruktur. So weit, so seriös! Nur, so fällt man in der riesen Masse der Texter nicht auf und man hat kein individuelles Angebot für den Kunden. Natürlich ist es toll, nach außen super seriös, korrekt und sorgfältig zu wirken. Aber ehrlich: Genau das versuchen die meisten Texter – mehr oder weniger erfolgreich, natürlich,.

Da ich selbst eher ein kreativer Typ bin, Kunst, Musik und Design liebe, sollte und soll das auch in meiner Texterseite und in meinem Personal Branding zum Ausdruck kommen! Ja, es muss sogar! Anderenfalls kann man sich nicht wohlfühlen, weil man sich ja täglich verbiegen würde, wenn die Außenwirkung so gar nicht mit der eigenen Person übereinstimmt.

Für mich war klar: Farben müssen her! Das ist an sich schon ungewöhnlich. Was Design und Layout von Websites angehen, so denken viele, es muss alles möglichst schick zurückhaltend sein. Der Hintergrund ist eigentlich so gut wie immer in Weiß gehalten. Nur, das ist absolut nicht mein Ding! So ist der Hintergrund meiner Texterseite seit 7 Jahren farblich. Auch wenn das Theme gewechselt hat, so musste einfach dezent farbiger Hintergrund her. Da ich auch privat Farben und Formen liebe und meine Einrichtung eher bunt ist (blaue Wände, bunte Kunstwerke, verschiedene Farbtupfer in den Accessoires, sonnengelbe Gardinen etc.), drückt meine Texterseite recht gut meinen Geschmack aus.

Bin ich unseriös, weil ich Farben liebe und wähle?

Ich habe oft den Eindruck, dass manche Kollegen meinen, nur reduziertes Design wirkt seriös. Ich denke, diese Einstellung ist typisch deutsch. (Wobei ich selbst Deutsche bin, nichts Südländisches in meinem Blut). In anderen Ländern liebt man Farben und hat damit auch kein Problem. Man denke an die wunderschönen bunten Oldtimer in Kuba, an die bunt angestrichenen Häuser an der italienischen Amalfi-Küste oder pastellfarbene Häuser in der Karibik. An vielen Orten der Welt liebt man Farben und schätzt ihre positive Wirkung auf das Gemüt. Der Deutsche aber tut sich damit etwas schwer. Einrichtungsexperten sagen sogar, der Deutsche hat Angst vor Farbe! Dabei hat noch nicht mal das Klima etwas damit zu tun. Es ist nicht nur den warmen Ländern vorbehalten, bunte Farben für die Einrichtung zu nehmen – auch die Briten mögen es künstlerisch skurril und bunt. Sie hatten schon viel länger Designermöbel im knallbunten Patchwork-Stil als wir.

Farbiges, buntes Design zu wählen – dazu gehört auch Mut. Es ist wie bei der Farbwahl der Autos: Die Deutschen wählen seit vielen Jahren am liebsten silberfarbene oder schwarze Autos. Erst in den letzten Jahren kommen wieder bunte Farben dazu. Das war in den 70er und 80er Jahren noch ganz anders!

Bin ich also unseriös, weil ich Farben liebe und wähle? Manch Kollege denkt dies vielleicht. Weiß wirkt sauber und korrekt. Farbig vielleicht nicht… Ich kann nur sagen, meine Kunden haben keinerlei Probleme mit meinem Personal Branding, meiner Farbwahl und dem Namen meines Unternehmens. Sie reagieren positiv darauf und sind auch bei Absagen freundlich und sympathisch und diese kommen eh meist wegen unterschiedlichen Preisvorstellungen. Mein Personal Branding zeigt, dass ich weiß, wer ich bin, wie ich wirken will und dass ich nicht allen gefallen muss – und damit auch nicht jeden Kunden brauche.

Bunte Farben stehen für Kreativität und der Texterberuf erfordert viel Kreativität und Lust auf neue Aufgaben. Auch dafür stehe ich mit meiner Marke.

Papillons – Schmetterlinge als Personal Branding – was hat es damit auf sich?

Als Texter gibt es verschiedene Wege sich eine Corporate Identity aufzubauen und man hat die Wahl, sich entweder als Einzelperson zu betrachten oder als Agentur oder als „Büro“. Ja, viele nannten sich damals „Textbüro“ oder „Textagentur“. Die wenigsten nahmen ihren eigenen Namen als Marke, die meisten ersonnen sich Namen für ihr Unternehmen. Heute gibt es immer mehr Texter, die ihren eigenen Namen wählen. Das ist eine sehr wichtige Entscheidung, ob man diesen Weg gehen will. Will man als Texterperson eine Marke sein oder will man seinen Namen eher privat halten? Möchte man ein klein wenig Berühmtheit mit seinem Namen erlangen oder hat man lieber ein Unternehmen mit eigenem Namen?

Wer seinen eignen Namen wählt, der möchte natürlich, dass die Kunden sich diesen Namen merken, dass sie eine Marke buchen für ihre Texte. Ich selber finde nicht, dass es nötig ist, den eigenen Namen zu wählen (auch wenn meiner an sich wohlklingend ist) um dem Kunden im Gedächtnis zu bleiben. Das geht auch mit einem guten Unternehmensnamen.

Ich habe mich vor 7 Jahren recht schnell für den Namen Papillon-Texte entschieden, denn mir war schnell klar, wofür meine Arbeit, meine Texte stehen sollten:

Für Leichtigkeit, Lebensfreude, für Höhenflüge im positiven Sinne, für ein buntes Lebensgefühl, für Natürlichkeit und für positives Denken!

Meine Texte sollen leicht und schnell verstanden werden. Sie sollen aufbauen und motivieren. Der Tenor ist positiv, lebensbejahend, nicht negativ, leidend und problematisierend. Wenn es um Ratgebertexte geht, so steht die Lösung im Vordergrund, nicht das Problem.

Schmetterlinge fliegen und flattern bunt umher, setzen sich mal hier hin, mal dort hin, schnuppern an Blumen und machen Freude. So stellt sich auch mein Arbeiten dar. Ich habe immer verschiedene Textaufgaben. Mal schreibe ich lange Ratgebertexte, mal schau ich nur kurz über einen Kundentext und optimiere ihn. Mal schreibe ich werbliche Produkttexte, mal arbeite ich redaktionell als Blogadmin. Meine tägliche Arbeit ist sehr abwechslungsreich und ich muss nicht drei Tage an einem Thema bleiben, daher passt das Bild mit den bunt flatternden Schmetterlingen perfekt zu meinem Alltag. Flatterhaft? Das würden bestimmt missgünstige Kollegen hineininterpretieren… Aber fragen Sie meine Kunden, ich bin zuverlässig und treu. Habe einige Stammkunden seit Jahren und bin für andere immer wieder neu ansprechbar, wenn sie neue Projekte starten.

Authentizität – die Außenwirkung darf nicht gespielt sein

Wer anderen etwas vorspielt, wird nicht langfristig Erfolg haben. Daher macht es auch keinen Sinn, sich ein Personal Branding auszudenken, dass nicht zur eigenen Person, zur eigenen Arbeitsweise passt. Um bei mir zu bleiben: Eine cleane, reduzierte Website würde nicht zu mir passen. Ich würde mich nicht wohlfühlen und die Kunden würden das merken. Ebenso sollte man darauf achten, dass man nicht zu hoch pokert, wenn es um das eigene Branding geht. Stellt man sich als Anfänger zu erfahren und hochtrabend dar, kann es peinlich werden und man verliert seine Kunden. Die Außenwirkung sollte aber auch nicht zu bescheiden sein. Diesen Fehler machen auch viele Texter. Man muss sich im Klaren darüber sein, was man kann, was die anderen können, was man anbieten will und was der Kunde davon hat. Es reicht nicht, dem Kunden zu erzählen, dass man gerne und viel schreibt und dies seit der Schulzeit. Das überzeugt nicht zum Gebuchtwerden. Man muss sich schon ein wenig mehr überlegen, was man denn nach außen hin darstellen will und wo man hin will.

Ich bin mit meinem Personal Branding jedenfalls sehr zufrieden. Ich bekomme die Jobanfragen, die ich möchte. Ich habe immer mehrere Kunden und meine Texterseite taugt gut zur Akquise. Ganz wichtig ist: Mein Personal Branding und mein gewähltes Design muss nicht dem Geschmack des Kunden entsprechen, sondern mich darstellen. Das verwechseln viele! Sieht der Kunde, dass man eine eigene Identität hat, so traut er einem zu, dass man versteht, was er mit seinem Branding erreichen will.

Ist das eigene Branding schwammig, Einheitsbrei und unauffällig – warum sollte der Kunde einen buchen? Wie sollte man ihm helfen, seine Marke auszubauen?

Personal Branding macht Spaß und Sinn! Es hilft, sich von der Konkurrenz abzuheben ohne ihr zu schaden. Denn so findet der Kunde zu seinem genau passenden Dienstleister.

Mein Kommunikationsmix:

Ich bin tatsächlich auf vielen Social-Media-Kanälen unterwegs und das muss auch so sein! Ich habe ein großes Netzwerk an Kollegen und Kunden. Da ich mehrere eigene WordPress-Blogs führe und die von Kunden betreue, ist es auch nötig, sich ständig weiterzubilden. Das geht gut mit themenbezogenen Fb-Gruppen (ja, das böse Datenklau-Facebook hat doch auch viele positive Seiten). Alles, was rechtlich von Belang ist, bekomme ich durch die verschiedenen Marketing-Gruppen mit und kann es zeitnah umsetzen. Kleine und große Probleme mit WordPress, Bildrechten, Seo-Fragen lassen sich so lösen.

Ich habe als Texterin 2 große Gruppen gegründet mit über 1000 Mitgliedern. Hier werden Jobs vergeben und berufsspezifische Fragen geklärt. Ich kommuniziere also sehr viel über Social Media und zwar vor allem beruflich! Fb ist für mich kein Zeitverschwender für privaten Krimskrams, sondern hier passiert beruflich gesehen tatsächlich viel. Daneben habe ich noch Profile auf Xing, Twitter, LinkedIn und seit Neuestem auf Instagram. Es ist heutzutage nötig, auf den wichtigsten Kanälen präsent zu sein. Denn die sozialen Netzwerke brauchen Texte und hier warten lauter Aufgaben auf uns! Ich denke aber nicht, dass man die Kanäle alle dauernd füttern und betreuen muss. Es ist vielleicht am wirksamsten, sich auf einen zu konzentrieren.

Warum ist es bei mir Facebook? 

Hier kann ich mit dem Kunden direkt chatten. Viele meiner Kunden haben einen FB-Account und geben mir schnell Anweisungen per Chat oder ich kann eine Frage schnell klären. Alles Wichtige wird aber per Mail festgehalten. Zudem betreue ich Facebook-Fanpages meiner Kunden. Das ist ein ganz wichtiges Marketing-Instrument geworden, denn man hat über Fb eine große Reichweite. Man muss ein bisschen damit spielen und checken, was bei den Fans ankommt. Als kleiner Tipp: Hin und wieder unterhaltsame Videos, Bilder und Sprüche teilen, nicht nur Firmenspezifisches, so bleiben sie am Ball.

Mein Netzwerk mit Kollegen:

Da ich äußerst gerne im Team arbeite, habe ich zusammen mit einer Kollegin im letzten August ein eigenes Magazin gegründet, in dem zurzeit 9 weitere Texterkollegen schreiben. Zur Unternehmenskommunikation gehört für mich Teamwork und kollegiales Denken dazu. Unser Magazin heißt Lesezeichen.rocks und es hat recht schnell viele Google-Zugriffe erreicht. Im Januar waren es sogar 12.000. Gemeinsam texten, gemeinsam Traffic aufbauen – das ist unsere Devise. Ohne tägliche Kommunikation mit Kollegen und Kunden könnten wir ein solches Magazin nicht gut führen, denn man muss seine Kollegen und ihr Können auch erst einschätzen.

Unsere Redaktion arbeitet tatsächlich auch in einer Facebook-Gruppe. Hier besprechen wir täglich unsere Artikel und Themen.

Man kann nicht nicht kommunizieren

So sagte einmal Watzlawick. Für unser Business heißt das: Du kommunizierst immer, egal ob du willst oder nicht! Machst du dir keine Mühe mit deinem Personal Branding, so sagst du genau das aus. Man wirkt lustlos, demotiviert, passiv auf Kunden wartend. Wer Spaß an seinem Beruf hat, an seiner Marke, strahlt dies aus und wird erfolgreich.

 

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