Texter-Tipps in Zeiten der KI

Bild mit Spruch: Die KI will beim Texten unbedingt beeindrucken, protzen, mit Pathos und dramatischen Metaphern. Wenn du Menschen erreichen, nicht vergraulen willst: Streich das alles, es passt zu den wenigsten Themen.

 

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Die KI will Leser und Anwender unbedingt beeindrucken und übertreibt oft maßlos in ihren Formulierungen. Banale Aussagen werden aufgebläht. Metaphern überall, wo es gar nicht passt. Tappe nicht in diese Falle und übernehme das nicht alles. Die KI hat sich diese Art der Formulierungen von Werbetexten abgeschaut. Diese aber müssen in kurzer Zeit Menschen erreichen und bewegen. Längere Texte sind aber keine Werbeslogans, sondern brauchen einen roten Faden und einen leicht lesbaren Sprachfluss.

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Spruch: Streiche den ständigen Laut-Leise Vergleich der KI. Er passt nicht zu allen Themen und hat durch zu häufige Anwendung seine Wirkung verloren. Denk dir eigene Vergleiche aus!
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Die KI packt ihren Laut-Leise-Vergleich zurzeit überall hinein. Ob Mode, Möbel, Marketing, der Vergleich ist so beliebig und alltäglich geworden, dass er einfach nur noch nervt. Streich diesen Vergleich, denke dir was eigenes aus oder werde ganz konkret, wenn du etwas aussagen möchtest. Dieses ständige Abdriften in Bilder (Metaphern) und Übertragungen auf andere Sinne (vom visuellen weg zum auditiven), strengt beim Lesen nur an und ist völlig überflüssig. Wenn du Inhalte aufnehmen willst oder nur ein bisschen dich inspirieren lassen willst, von Texten anderer Menschen (!), möchtest du deien Sinne nicht ständig umschalten müssen von sehen zu hören, fühlen etc. Hier übertreibt die KI auch maßlos und wendet Werbestrategien inflationär an.
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Spruch: Streiche den Stakkato-Stil der KI- das Gehirn liebt den sanften Sprachfluss, keine eingehämmerten Häppchen.
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Die KI schreibt am liebsten in kurzen Sätzen mit 3- 5 Worten. Ihr Argument: Leser können das am Smartphone besser lesen. Stimmt das? Beobachte dich selbst? Du kannst ohne Probleme auch längere Sätze lesen, wichtig ist nur ausreichend Weißraum/Platz zwischen den Textblöcken/Sätzen. Die stakkato-artigen Sätze sind inhaltlich unangenehm zu lesen. Das Gehirn liebt viel mehr einen schönen Sprachfluss, der einen mitnimmt. Warum sonst sind manche Bücher so geschrieben, dass man sie nicht mehr weglegen kann? Warum haben Schriftsteller verschiedene Schreibstile? Wir wollen beim Lesen nicht nur kurze Info-Häppchen serviert bekommen und Werbebotschaften aufnehmen, sondern unterhalten werden, weggezogen vom Alltag, uns die Sichtweise anderer Menschen aufzeigen lassen. Schreibe besser in deinem ureigenen Stil.
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Übernimm nicht den KI-Stil, schreibe wie DU schreibst, auch mit Wiederholungen, unbeholfenen Formulierungen, Füllwörtern, Schachtelsätzen und scheinbar nicht direkt treffenden Formulierungen. Das ist alles besser als der KI-Einheitsbrei. Menschlichkeit zählt und interessiert. Wie die KI schreibt, weiß inzwischen jeder, wie DU schreibst, ist einzigartig!