Keine Verkäufe mehr als Affiliatepartner? „noreferrer“ kann die Ursache sein

Frau rauft sich die Haare, Schrift viele Klicks, aber keine Verkäufe

Wenn du als Affiliate-Marketer Zeit und Energie in qualitativ hochwertige Inhalte steckst, viele Klicks auf deine Links erhältst, aber am Ende des Monats Null Verkäufe oder Provisionen verbucht werden, liegt oft ein technisches Problem im Hintergrund vor: Dein Content-Management-System schneidet ohne dein Wissen die Daten ab, die Partnernetzwerke für die Zuordnung deiner Verkäufe benötigen!

Was sind Referrer-Links und wozu dienen sie?

Ein Referrer (Herkunftsbezeichnung) ist eine Information, die dein Webbrowser an den Ziel-Server übermittelt, wenn du auf einen Link klickst. Der Ziel-Shop erfährt dadurch genau, von welcher Website der Besucher gekommen ist.

  • Tracking & Attribution: Affiliate-Netzwerke nutzen diese Information (neben Cookies), um den Kauf eindeutig deiner Website zuzuordnen.

  • Sicherheit & Analysen: Webseitenbetreiber sehen in ihren Analytics-Tools, woher ihr Traffic stammt.

Wenn dieser Wert fehlt, kommt der Besucher für den Ziel-Shop als „Direct Traffic“ (direkter Aufruf) an. Der Shop weiß nicht mehr, wer den Kunden geworben hat.

Warum WordPress Referrer-Informationen blockiert

Standardmäßig fügt WordPress seit Version 4.7.4 bei jedem Link, der sich in einem neuen Tab öffnet (target="_blank"), automatisch das Attribut rel="noopener noreferrer" hinzu.

Die Ursachen dafür liegen in der Systemarchitektur:

  • Sicherheit (noopener): Verhindert eine Sicherheitslücke (Reverse Tabnabbing), bei der die neu geöffnete Seite Kontrolle über das ursprüngliche Browser-Tab übernehmen könnte.

  • Datenschutz & Performance (noreferrer): Soll verhindern, dass sensible Daten aus der URL der Ursprungsseite an Dritte weitergegeben werden, und Ladezeiten optimieren.

!!Das Problem dabei: Während noopener für Affiliate-Marketer harmlos ist, weist noreferrer den Browser an, die Herkunfts-URL vollständig zu unterdrücken. Einige Affiliate-Netzwerke und Onlineshops stufen Such- und Kaufattributierungen ohne Referrer-Header direkt als ungültig ein oder können Session-Tracking-Daten nicht korrekt zuordnen.!!

So findest du heraus, ob deine Links betroffen sind

Ob deine Affiliate-Links im Frontend unbemerkt blockiert werden, kannst du in wenigen Schritten im Browser überprüfen:

  1. Website aufrufen: Öffne einen deiner Blogbeiträge im normalen Browserfenster.

  2. Element untersuchen: Mache einen Rechtsklick auf deinen Affiliate-Link und wähle „Untersuchen“ (oder Strg + Umschalt + I / Cmd + Option + I).

  3. HTML-Code prüfen: Sieh dir den HTML-Code des Links (<a href="...">) an. Steht dort rel="noreferrer" oder rel="noopener noreferrer", wird die Herkunfts-URL beim Klick blockiert.

Was du dagegen tun kannst

Um sicherzustellen, dass deine Links wieder korrekt getrackt werden, ohne die Sicherheit deiner Website zu gefährden, gibt es verschiedene Lösungsansätze:

1. Verzicht auf target="_blank"

Wenn du Links im selben Fenster öffnen lässt (also kein target="_blank" nutzt), fügt WordPress das Attribut gar nicht erst automatisch ein.

2. Einsatz von Snippets (für Erfahrene)

Über die functions.php deines Child-Themes lässt sich das automatische Hinzufügen von noreferrer bei externen Links deaktivieren, während noopener aus Sicherheitsgründen erhalten bleibt:

PHP

// Entfernt rel="noreferrer" aus dem Beitrags-Editor
function remove_noreferrer_from_links($rel) {*
    if ($rel) {
        $rel = str_replace('noreferrer', '', $rel);
        $rel = trim(preg_replace('/\s+/', ' ', $rel));
    }
    return $rel;
}
add_filter('wp_targeted_link_rel', 'remove_noreferrer_from_links', 999);

Du kannst dafür auch ein Plugin nutzen wie „Code Snippets“

3. Nutzung professioneller Link-Management-Plugins

Anstatt Links manuell im WordPress-Editor einzupflegen, empfiehlt sich für manche die Nutzung spezialisierter Plugins (wie Pretty Links oder ThirstyAffiliates). Diese leiten Klicks über interne Redirection-Pfade weiter (z. B. deinedomain.de/go/produkt). Dadurch wird der Referrer serverseitig sauber übergeben und ist unabhängig von den Standard-Attributeinstellungen des Editors.

Sollten deine Klickzahlen trotz hoher Aktivität nicht in Verkäufe konvertieren, lohnt sich die technische Überprüfung der Quellcode-Attribute deiner Outbound-Links.