Echte Bücher lesen – ein haptisches Erlebnis

Beitrag zur Blogparade: Bibliotheken und Bücher – zeitlose Faszination

Wer noch gerne in Papier schmökert, wird im digitalen Zeitalter gerne milde belächelt: „Du liest noch Zeitungen und Bücher aus Papier? – Wieso? Digital ist doch viel praktischer..“

Nun bin ich seit drei Jahren täglich im Internet unterwegs, habe Hunderte von Texten verfasst und wahnsinnig viel Texte im Internet gelesen. Auch einen Ebook-Reader habe ich, ohne Beleuchtung, nur in Schwarz-Weiß. Aber es bleibt dabei: Nichts davon ersetzt mir das gemütliche Lesen eines Romans auf dem Sofa, das morgendliche Durchblättern der Tageszeitung (inklusive Lesen der wichtigsten Artikel natürlich..).

Ganz besonders fällt mir der Unterschied aber bei Illustrierten und Magazinen auf. Ich schreibe viel über Mode und recherchiere in den bekannten Modemagazinen. Jedes Print-Magazin hat heute auch einen Online-Auftritt. Aber welch Unterschied, wenn ich stattdessen mal gemütlich in einem Magazin aus Papier blättere! Ich muss nicht gleich wissen, was mich interessiert.. Ich blättere einfach so durch. Mein Blick bleibt hängen, ich lese weiter. Ich lege die Zeitung wieder weg und nehme sie ein anderes Mal wieder in die Hand und lese etwas anderes. Im Online-Magazin entgehen mir wahrscheinlich die besten Artikel, weil ich sie gar nicht erst finde..

Gute Menüführung ist alles?

Internet-Experten wissen: Eine gute Webseite hat eine optimale Menüführung. Sie muss es dem Besucher sehr leicht machen, das zu finden, was er sucht. Der Haken dabei ist: Der Besucher muss schon wissen, was er sucht! Schmökern und sich inspirieren lassen fällt dann weg.

Blättern wir in einer Zeitung, wollen wir gar nichts Bestimmtes wissen, wir lassen uns inspirieren, von den Überschriften und Bildern. So erfährt man auch viel Wichtiges. Liest man die Apotheken Umschau erfährt man schon mal etwas über einen neuen Therapie-Ansatz oder ein wirksames Medikament. Danach hatte man aber nicht gesucht! Im Internet gehen wir gezielt vor, weil wir etwas Bestimmtes wissen wollen.

Nun kann man entgegnen: Dafür gibt es doch Twitter, Facebook und all die sozialen Netzwerke und Nachrichtendienste. So ist man immer auf dem neuesten Stand! Das stimmt. Über diese Portale und Netzwerke werden wir täglich zugemüllt mit Informationen, die mehr oder weniger wichtig sind. Diese Art des Informiertwerdens eignet sich gut für das politische Geschehen und Nachrichten aus aller Welt. Wollen wir aber in einem bestimmten Gebiet Neues erfahren, müssen wir die entsprechenden Online-Seiten aufsuchen und ..suchen. Die anerkannten Fachseiten sind natürlich gut gefüllt mit wichtigen Artikeln. Der Leser klickt sich hier und da durch und hat am Ende doch das Gefühl, dass er die wichtigsten Sachen vielleicht übersehen hat.

Digitale Medien ersetzen die Printmedien nicht

Meiner Meinung nach muss es einfach weiterhin beides geben: Digitale Medien und Printmedien. Beide ergänzen sich, aber ersetzen sich nicht.

Echte Bücher und Bibliotheken – kleine Oasen der Ruhe und innerer Einkehr

Meine Studienzeit habe ich noch ohne Internet verbracht. Der Gang in die Seminarsbibliothek gehörte zum Unialltag dazu. Man suchte sich seinen Buchtitel aus den Karteikästen heraus, fand es und setzte sich damit an einen Tisch um sich die Informationen daraus zu beschaffen. Im Seminar war wie in allen Bibliotheken Ruhe angesagt. Man setzte sich stillschweigend hin und arbeitete. Essen und Trinken war dabei nicht verboten.. Was soll ich sagen? Es hatte etwas sehr gemütliches, zwischen den alten Büchern zu sitzen, auf alten Stühlen und an Tischen zu sitzen, an denen schon Generationen von Studenten vorher saßen.

Ja – Bibliotheken, ob öffentlich oder in einer Universität, haben einen eigenen magischen Charme. Wie viel Wissen und Information ist in den Regalen versteckt! Was kann man hier nicht alles entdecken, wenn man nur durch die Reihen streift und sich irgendein Buch herausgreift. Oder wenn man ein anderes Werk des gesuchten Autors noch dazu nimmt. In der hektischen Stadt und auch im hektischen Studentenleben waren die Seminarbibliotheken der ruhige Gegenpol, den ich aus meiner Erinnerung heraus nicht mehr missen möchte.

Fazit:

Ich hoffe, die digitalen Medien verdrängen die städtischen Bibliotheken nicht ganz und gar. Was die Universitätsbibliotheken angeht, so bleiben sie sicher schon allein wegen der zum Teil uralten Originale erhalten.

 

 P.S.: Hier können Sie mein eigenes Online-Modemagazin finden. Ich weiß, wie schwer es ist, solch eine Website übersichtlich zu halten!

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